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Hooksiel damals und heute
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Fuhrunternehmen Bernhard Meenen

In den 20er Jahren stand der Bahnhof Jever in voller Blüte. Auf dem Güterbahnhof wurde viel Stückgut für Handwerker und Geschäftsleute aus dem Jeverland geliefert. Dieses wurde dann vom „Fuhrunternehmen" abgeholt und den Bestellern ausgeliefert. Das nördliche Jeverland wurde von Bernhard Meenen - Hooksiel - Altendeich - versorgt. Mit einem Rollwagen, seine „Lotte" davor, nahm er 2 x wöchentlich die Verteilung der Waren vor. Meine Eltern hatten eine Bäckerei mit Kolonialwarenhandlung in Hooksiel. Es war an einem Freitag im Winter 1930/31. Ich war acht Jahre alt und saß an einem langen Holztisch in der Küche und machte Schularbeiten. Meine Mutter kam aus dem Laden, schürte das Feuer in dem schwarzen, mit Blumenranken verzierten Küchenherd, nahm die Ofenringe ab und setzte den großen Wasserkessel auf. Dann stellte sie zwei Gläser, ein Schälchen Würfelzucker und eine fast volle Flasche Rum auf den Tisch. „Gleich kommt Onkel Meenen, (Onkel und Tante wurde damals viel gesagt) er bringt uns eine Rolle Einschlagpapier vom Bäcker-Einkauf-Oldenburg. Sicher ist Tante Terni (seine Tochter) dabei. Sie holt ihn ja stets von Schmidtshörn ab. Die beiden sollen sich einen steifen Grog machen, denn es ist doch recht kalt."

Es dauerte nicht lange, da klopfte es und Bernhard und Terni Meenen kamen herein. Die Nasen waren blau vor Kälte und sicherlich auch vom Schnaps. Er kam ganz nahe an mich heran und die Schnapsfahne wehte ihm voraus. „Oh, sagte er, Du bist aber ein braves Mädchen, machst so schön Schularbeiten." Mein „ja" kam ganz kläglich. Dann sagte ich: „Mama hat eine Flasche Rum, Gläser und Zucker hingestellt und das Wasser kocht, Ihr möchtet Euch einen Grog machen." „Das ist aber nett," freute sich Onkel Meenen. Er ergriff die Flasche und gluck, gluck, gluck war gar nicht mehr viel drin. Dann gab er sie seiner Tochter mit den Worten: „Kumm mien Deern, schast ok nich lewen as een Hund," und Tante Terni trank den Rest. Nun nahm er mich in den Arm und sagte: „Grüß deine Mama man schön und Zucker und Wasser haben wir nicht gebraucht." Wieder kam ein ganz verschüchtertes „ja" von mir. Als meine Mutter aus dem Laden kam, sah sie die Bescherung. „Dat is nu mien egen Schuld, sagte sie, wat stell` ick ok een vullen Buddel henn. Wat is dat good, dat dat Perd „Lotte" de`n Weg nah`t Stall alleene find und Bernhard un Terni schölt woll good slopen.!"


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