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Das Elternhaus von Weert Ulfers.

Bäckermeister Weert Ulfers, die Bäckerei war an der damaligen Bohnenburger Seite des Binnentiefes, war im Ort und Umland recht gut bekannt. Ab und zu hatte er eine Zeit, wo er dem Schnaps zugetan war, dann wusste die Kundschaft, „dat düürt een par Dag, den is Weert weer für uns dor. In dieser Zeit zog es ihn stets in sein Elternhaus. Es ist die heutige Goldschmiede, neben der Alten Schneiderei in der Langen Straße. Mein Vater hatte die Bäckerei mit Kolonialwaren-Handlung von Johann Ulfers, einem Bruder von Weert, Anfang des Jahres 1921 gekauft. Dieser Johann Ulfers erwarb ein Karussell und bereiste mit seiner Frau Line die Jahrmärkte. In besagtem Haus wuchsen die „Ulfers-Brüder" heran. Der Vater hatte eine Bäckerei, also war das das Stammhaus der Bäcker-Dynastie-Ulfers. Wenn Weert nun duhn war, zog es ihn zurück in sein Elternhaus. Meinen Vater konnte er nicht gut leiden, denn es war ja Konkurrenz, aber meine Mutter hatte er ins Herz geschlossen. Meine Mutter hatte den schönen Namen - Christine Juliane - wurde aber von allen -uns Tini- gerufen. Bei Weert hieß sie aber -Christine-. Schon an der Hintertür in der jetzigen Obernstraße rief er laut: „Christine, Christine, ick kuum!" „Oh, sagte Mutter, Weert kummt!" Er nahm sie in den Arm „ick mut doch eben mien Öllernhuus besöken, Christine!" „Denn kumm man rin, ick mak die een good Tass Koffie." „Dat do Du man." In der Küche nahm er von allem Besitz. Da is noch de ole Bank und dör de lütten Fenster kann man in`t Loden kieken. In die Bäckerei warf er aber nie einen Blick. Nachdem der Kaffee ihn wieder aufgemuntert hatte, sagte er zu meiner Mutter „Christine, Du büst de Beste, lat doch de olle Scheißkerl Albert Harbert in Stich und kumm mit mie." „Nee, Weert, wie kom`t good mitnanner ut und wie hebbt doch ok ne lüttje Deern."

„Ick hebb soviel Kinner groot makt, Dich krieg ick auch noch groß," sagte er zu mir. „Mama wir wollen doch nicht nach Bohnenburg, mischte ich mich ein. Wir rufen doch immer über`s Tief: „Bohnenburger Polacken, hebbt Speck achtert Hacken, hebbt Fleesch tüschen`t Tahnen, dar staht see to jahnen. „Pfui, so was sagt man nicht," meine Weert Ulfers. „Die Bohnenburger rufen auch Hooksieler Polacken und die fangen an." Ja, sagte Weert; dann dürft Ihr das auch. Mutter nahm sich viel Zeit für Weert und er war dankbar. Bevor er sich auf den Weg machte, mußte er sein Kinder- und Jugendschlafzimmer sehen, in dem meine Eltern eine Speisekammer eingerichtet hatten. Es lag neben dem Laden und hatte ein Schiebefenster zu Lüschen`s (Schneidermeister) Hof. Dann kam immer dieselbe Geschichte: „Christine, ick weer mol duhn, döör dit Fenster wull ick in mien Bett krupen und as ick halw in de Stuw weer, fullt mie das Fenster in`t Krüz. De Öberkörper baumelt in`t Zimmer und mien Beenen hungen buten. Tant`Lüschen leet fröh her Höhner rut und dor reep see, Lüschen wie möt Weert helpen, dat Fenster sitt öwer sein Mors fast. Mit vereinten Kräften hebbt se mie dan rienschubst." Nachdem er alles gesehen hatte, nahm er wieder Abschied von seinem Elternhaus und meine Mutter nahm er noch einmal fest in den Arm: „Christine, Du kannst immer to mie kommen!"



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