Burg Fischhausen
Hooksieler Hafen
Zum schwarzen Bären
Holzblock
Passport
Hooksiel damals und heute
Kompass

Möchten Sie die Hooksieler Gechichte als Buch lesen,

dann öffnen Sie den unteren Link.




Schon um die Zeitwende war das Gebiet wahrscheinlich von Chauken besiedelt, nach Abzug der Sachsen Richtung Britannien siedelten dort Friesen. Das Ursprungsdorf für Hooksiel ("Hook" oder "Hoek" = Nase, Vorsprung) war der ältere Ort Pakens.

Etwa aus dem Jahr 1100 stammten erste Nachrichten über den Beginn des Deichbaus und Herdstellen; im 13. Jahrhundert wurde die eindrucksvolle Granitquaderkirche erbaut. Später herrschte in Hooksiel Häuptling Olde Ehnste im Steinhaus, einer Landstelle, die noch heute "Burg" heißt.

Trotz kriegerischer Wirren und Sturmfluten schoben die Friesen ihre Deichlinien weiter seewärts und bauten immer stärkere Siele. Von dort aus fuhr Fräulein Maria von Jever, die letzte Herrscherin aus friesischem Häuptlingsgeschlecht, des Öfteren mit ihrem überdachten Säulenschiff zum Grashaus auf dem neu gewonnenen Schilliger Groden. Ebenfalls liefen auch jeversche Kriegsschiffe von dort 1572 zum Kampf gegen holländische Seeräuber aus.

Bis heute haben dabei auch politische Ereignisse besondere Impulse für die Entwicklung Hooksiels gegeben, z.B. im Jahr 1789, als in Frankreich die Revolution stattfand. Zwischen England und Frankreich war es zu heftigen Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft auf den Meeren und Kontinenten gekommen. Dieser Streit verhalf Hooksiel zu unerwarteter Blüte. England hatte nach seinem Sieg bei Trafalgar die Herrschaft auf den Meeren errungen. Um Frankreich zu schädigen, verhängte es u.a. auch über die Häfen an der Nordsee zwischen Elbe und Rhein - mit Ausnahme der Häfen an der Jade - eine Blockade. Diese beantwortete Napoleon mit der Kontinentalsperre für alle englischen Waren.

Die französische Regierung glaubte, mit dieser Maßnahme die deutsche Nordseeküste für jeden Schiffsverkehr gesperrt zu haben. Wegen seiner Winzigkeit war von Napoleon jedoch der Zwergstaat "Herrlichkeit Knyphausen" an der Jade übersehen worden. Mit der Ortslagebeschreibung "Der Fliegenschiss dort auf Ihrer Karte, Sire..." soll Napoleon von Knyphausens Existenz erfahren haben. Dieses Versehen nutzte Knyphausen ausgiebig, da die Küste zum einzigen Einlasstor englischer Waren zum europäischen Kontinent wurde.

Die Hooksieler Kaufleute waren die Hauptnutznießer an der zweifelhaften Neutralität Knyphausens. Die Mehrzahl der Schiffe wurde nämlich nicht im kleinen Knyphauser Hafen Inhausersiel, sondern in Hooksiel gelöscht und beladen.

Während die Bauern in der Marsch auf ihren Besitz mit Sparsamkeit und Fleiß achteten, herrschte im Sielhafen eine eigentümliche Mischung aus unternehmerischem Wagemut, Großzügigkeit und Lebensfreude. Um 1684 sicherten der Hafen, zwei Schiffszimmereien und eine Ziegelei den Hooksieler Bürgern sichere und gute Einnahmen. Sieben bis neun Schiffe nutzten ein ihnen verliehenes Privileg, um Waren über das Hookstief zwischen Hooksiel und Jever zu transportieren.

Eine letzte große Blüte erlebte Hooksiel um 1850, als Jahr für Jahr mehr als 400 Schiffe im Hafen anlegten. Als dann die Tiefs im ausgehenden 19. Jahrhundert ihre Bedeutung als Transportwege verloren und auch an der Küste die Eisenbahn den Gütertransport übernahm, ging auch für den Hooksieler Hafen die Zeit wirtschaftlicher Blüte zu Ende.

Höchste Gefahr durchlebte der Hafen während der Februarflut 1825, als unter verzweifeltem Einsatz aller Bewohner das Sielwerk gehalten und damit der Ort und sein Hinterland vor einer Katastrophe bewahrt werden konnte. Noch 1962 drohte das Wasser die Deichmauer im alten Hafen umzuwerfen. Die Flutmarke am Packhaus zeigt nicht nur den damaligen Wasserstand im Vergleich zu den Deichhöhen, sondern vor allem den gefährlichen Wellenauflauf.

Wenn in den 1970er Jahren noch eine ganze Flottille von Fischereifahrzeugen von dort auslief, so ist es nun still geworden im einstigen Staatshafen von Oldenburg. Die letzten Kutter für Krabben- und Muschelfang haben im Außenhafen festgemacht, und nur noch Sportboote liegen am Kai vor den unter Denkmalschutz stehenden Packhäusern. Verschwunden sind Salzsiederei, Zoll- und Rettungsbootschuppen, das nach unten offene Hafenklosett ohne Trennwand und die meisten Anlagen von zwei Schiffswerften. Aber immer noch schlägt die Uhr im ehemaligen Rathausturm, der einst von einem dankbaren Spender gestiftet wurde. An seiner Spitze dreht sich seit 1760 die Wetterfahne mit dem Luther-Schwan als Zeichen der bis 1918 von den Pastoren ausgeübten Schulaufsicht durch die evangelische Landeskirche. Trutzig steht das Sielwerk als Schutz vor dem teilweise unter dem Meeresspiegel liegenden Binnenland.

Noch vor gut 100 Jahren - vor Dampfschifffahrt, Eisenbahn, Telefon und Straßenbau - wohnten 22 Reeder im Ort und waren ca. 50 Küsten- und Seeschiffe in Hooksiel beheimatet. Der gesamte Waren- und Personenverkehr zur alten Kaufmannstadt Jever lief über diesen Umschlagsplatz, wo die von der Nordsee kommenden Schiffe entladen und die Ware nach Zwischenlagerung in den Packhäusern auf dem Hookstief zur "Schlachte" nach Jever getreidelt wurden. Wenn auch vorwiegend in Nord- und Ostsee, so führten doch manche Reisen über den Atlantik und ins Nordmeer. Die hier beheimatete "Wangerland" unternahm z.B. ausgedehnte Fernreisen und umsegelte 1872 als einziges Schiff aus friesischen Sielhäfen das gefürchtete Kap Horn auf der Fahrt nach San Jode in Guatemala. Jahrelang beteiligten sich die Hooksieler sogar an der Grönlandfahrt, bis ihr Robbenfänger "Adelheit" 1848 vor Jan Mayen versank und die im Hafen stehende, entsetzlich stinkende Tranbrennerei einging.

Ende 1974 fand mit dem Deichschluss vor Hooksiel die größte deutsche Eindeichungsmaßnahme ihren Abschluss. 1.600 Hektar waren als Industrieansiedlungsfläche "Voslapper Groden" gewonnen, gleichzeitig die Jade für Großtanker auf 18,50 Meter unter Normalnull vertieft und vor den neuen Hooksieler Seedeich in vier Kilometer Sand gespült worden. Zudem entstand dadurch das Hooksmeer, ein drei Kilometer langer Brackwassersee, der heute umfangreiche Wassersportmöglichkeiten bietet. Damit hatte sich der einstige Fischerort zum Küstenbadeort gewandelt.

Heute ist an der Außenjade der Seenotrettungskreuzer "Vormann Steffens" stationiert. Dort liegt auch zusammen mit Miesmuschelkuttern und der dazu gehörigen Wasch- und Sortieranlage an Land ein für Fang und Verarbeitung von Herzmuscheln eingerichtetes Spezialschiff. Hooksieler Muscheln sind als besonderer Leckerbissen bis nach Paris bekannt. Heute leben ca. 2.000 Einwohner in Hooksiel.



Militärgeschichte

Im Ersten Weltkrieg gehörte die Batteriestellung Hooksiel zum Verteidigungsring rund um den Hafen der Kriegsmarine in Wilhelmshaven. Die Batterie bestand aus einer 60 m langen und 10 m breiten Kasematte mit 4,5 m Tiefe. Auf ihr befanden sich vier Geschütze vom Kaliber 15 cm. Die Anlage war mit einem wassergefüllten Graben, Stacheldrahtverhau und Schützengräben gesichert. Nach dem Krieg wurde das Bauwerk im Rahmen der deutschen Abrüstung verschlossen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Batterie 1939 reaktiviert. In der Kasematte mit einer 2 m starken Betondecke waren Einheiten der Marineflak stationiert, auf ihr wurden drei Flakgeschütze des Typs 8,8 cm aufgestellt. Außerdem entstand ein 8 m hoher Feuerleitbunker. Die gesamte militärische Anlage war durch Granatwerfer und Maschinengewehre hermetisch abgesichert. Neben Soldaten kamen in späteren Kriegsjahren auch Marinehelferinnen und Marinehelfer (Schüler) zum Einsatz.
Auf dem früheren Militärgelände am Ortsrand entstand 1984 eine Grünanlage mit einem Rundweg um den noch vorhandenen Festungsgraben. Mitten auf dem Gelände wurde 1993 das „Haus des Gastes" eingeweiht, das teilweise auf den alten Fundamenten der Kasematte steht.

 


© 2015 Ein Projekt der T4 Consulting, die regionale Medienagentur für das Wangerland.|  ˆ nach oben